Am achten Tag war sie tot – und lächelte

Sterbehilfe ist verboten, Sterbefasten nicht: Mit 83 Jahren hört Tana Herzberg auf zu essen und zu trinken, begleitet von einem Arzt.

Tana Herzberg, ist eines Todes gestorben, den einige wählen. Wenige aber so genau geplant hatten. In guter Gesellschaft, ohne unnötiges Leid. Sie hatte sich von ihren Freunden verabschiedet. Angekündigt und idealerweise von Pflegern, Angehörigen und einem Arzt palliativ begleitet, heißt dieser Tod durch Unterlassen „Sterbefasten“, auch FVNF, „Freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit“.

Entgegen landläufiger Vorstellungen vom Verhungern und Verdursten ist Sterbefasten, wenn man es richtig macht, eine besondere, „sanfte Form“, selbstbestimmt aus dem Leben zu gehen, sagt der Berliner Arzt Hartmut Klähn, der sich auf die Beratung dazu spezialisiert hat. Gut möglich, dass dies noch die einzige Form des selbstbestimmten Sterbens ist, die ein Arzt begleiten darf.

Wenn es gut ist, ganz zum Schluss, dann verweigern in den Wohnungen, Heimen und Hospizen alte Menschen manchmal einfach die Nahrung. Sie essen ohnehin so wenig, oft fällt es gar nicht auf. Oder es scheint, als würden sie es vergessen. „Der wollte nicht mehr“, heißt es, als wäre damit alles gesagt und als wäre auch gar nicht strittig, dass einer nicht mehr wollen darf, wenn er alt und schwach und dem Tod nahe ist. Nur, dass man „der wollte nicht mehr“ in keine Urkunde der Welt als Todesursache eintragen kann. Da steht Herz- oder Nierenversagen.

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