Einführung

22. Mai 2010

Sterbefasten – Ein Ausweg am Lebensende

Wenn das Leben durch Alter und/oder Leiden zur Last wird, möchte man irgendwann vielleicht den Tod „herbeirufen“, doch wenn er nicht kommen will, stellt sich die Frage, ob man warten oder sein Schicksal selbst in die Hand nehmen will. Man wird dann möglicherweise zu schwach sein, sich auf geeignete Weise das Leben zu nehmen oder bei solch einem Versuch scheitern, sei es am Widerstand anderer, sei es durch ein Misslingen – mit oft sehr traurigen Folgen.

Hierzu gibt es eine Alternative: Man unterlässt das, was natürlicher Weise dem Erhalt des Lebens dient und hört auf zu essen und zu trinken. Schon in der Antike wurde diese Möglichkeit des Sterbens im Alter beschrieben, und vermutlich wird überall auf der Welt immer wieder dieser Ausweg am Lebensende beschritten. Doch ist das Wissen hierüber nicht allgemein verbreitet, und immer wieder „erfinden“ einzelne diese Möglichkeit für sich neu.

Titelbild

Das jetzt in der vierten Auflage erschienene Buch „Ausweg am Lebensende“ soll dies nun ändern. Erstmals wird das gegenwärtige Wissen über diesen Ausweg, genaue Angaben darüber, was zu tun ist, sowie ethische und juristische Abwägungen, der Allgemeinheit zugänglich gemacht.

Manche werden das Versterben aufgrund eines Freiwilligen Verzichts auf Nahrung und Flüssigkeit (im Folgenden kurz FVNF) als einen natürlichen Tod betrachten. Aus Sicht von Juristen und Ärzten ist dies zwar nicht so, aber es gibt keine triftigen juristischen oder medizinischen Gründe (außer bei jüngeren Menschen), die prinzipiell gegen diesen freiwilligen Abschied vom Leben sprechen (zumal in Deutschland selbst ein Suizid, sowie die Beihilfe dazu, straffrei sind).

Rezension des Buches »Sterbefasten« von Christiane zur Nieden

16. Mai 2016

Christiane zur Nieden, ist ehrenamtliche Sterbe- und Trauerbegleiterin sowie Heilpraktikerin für Psychotherapie und hat ihre Mutter beim Sterbefasten begleitet. Über ihre Erfahrung damit berichtet sie im ersten Teil des gerade im Mabuse-Verlag erschienenen Buches »Sterbefasten: Freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit – Eine Fallbeschreibung«, sehr mitfühlend und teilweise anrührend.

Am achten Tag war sie tot – und lächelte

3. Februar 2016

Sterbehilfe ist verboten, Sterbefasten nicht: Mit 83 Jahren hört Tana Herzberg auf zu essen und zu trinken, begleitet von einem Arzt.

Tana Herzberg, ist eines Todes gestorben, den einige wählen. Wenige aber so genau geplant hatten. In guter Gesellschaft, ohne unnötiges Leid. Sie hatte sich von ihren Freunden verabschiedet. Angekündigt und idealerweise von Pflegern, Angehörigen und einem Arzt palliativ begleitet, heißt dieser Tod durch Unterlassen „Sterbefasten“, auch FVNF, „Freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit“.

Berliner Ärztekammer ändert Berufsordnung bezüglich ärztlich assistiertem Suizid

14. Juli 2013

Wie sollen Ärzte sich im Angesicht des Todes verhalten? Über diese Frage wird immer wieder gestritten. Jetzt antwortet die Ärztekammer Berlin darauf deutlich anders als die Bundesärztekammer - und sie ist nicht die erste.

BERLIN. Es sind nur drei Sätze. Doch sie bergen Zündstoff. Die Ärztekammer Berlin will den Ärzten möglichst wenig Vorschriften für das Verhalten im Umgang mit Sterbenden oder mit lebensmüden Menschen machen.

Sie hat die in der Musterberufsordnung (MBO) der Bundesärztekammer vorgesehenen Regelungen zum Umgang mit Sterbenden (Paragraf 16) nur zum Teil übernommen.

Selbstbestimmt, natürlich und legal sterben

24. November 2012

Tony Nicklinson, war ein britischer Bauingenieur, der mit 51 Jahren einen Schlaganfall erlitt und fortan im so genannten Locked-in-Syndrom lebte. Kommunikation war nur noch durch Augenbewegungen bzw. mittels eines Computers möglich. Ein Jahr zuvor hatte er eine Patientenverfügung aufgesetzt, in der er lebenserhaltende Maßnahmen ablehnte. Trotzdem musste er sieben Jahre in einem Zustand leben, den er selber als Alptraum bezeichnete.

Plädoyer für das Sterbefasten

18. November 2012

Ich möchte sterben!

Nein, nicht jetzt gleich, aber dann doch, wenn ich es für richtig halte.

Ich weiß noch nicht, wann das soweit sein wird, aber wie weit sich die Qualität meines Lebens verschlechtert haben muss, damit ich es will. Zum Beispiel, wenn man mir keine Extrawurst braten will, weil ich keine Wurst esse, denn ich lebe vegan und möchte das nicht für die gefühllose Routine einer Pflegeeinrichtung aufgeben müssen. Oder wenn ich morgens nicht mehr joggen kann, oder niemand mich mehr braucht um ihm mit etwas zu helfen.

Rezensionen

26. Juli 2010

Rezension des Buches "Ausweg am Lebensende" von Lenamaria Dannenberg-Mletzko. Der Artikel wurde 2010 in der Ausgabe Nr. 3 des Fachbuchjournals  veröffentlicht. Wir danken dem Fachbuchjournal für die Freigabe dieses Artikels.

Eine ältere Frau, die an Krebs leidet, bereits Chemotherapie und Bestrahlung durchgestanden hat, möchte keine weiteren derartigen Maßnahmen, obwohl diese eine geringe Überlebenschance bieten, sondern noch wenige Monate wie gewohnt weiter leben und dann durch Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeitszufuhr innerhalb von Tagen sterben. Arzt, Pflegepersonal und Angehörige werden einbezogen, und ein ruhiger Abschied ist möglich.

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Sterbefasten – Freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit RSS abonnieren